Stromversorgung mit DIY-Ein-/Ausschalter

Obwohl es schon etliche Beiträge zur Stromversorgung und Pololu-Schaltern im Forum gibt, hier die Beschreibung / Vorstellung einer Lösung mit Standardbauteilen:

Mittlerweile habe ich nun mehrere TonUINOs mit unterschiedlicher Stromversorgung gebaut (18650 Battery shield und div. Powerbanks. Alle Varianten funktionierten auf Anhieb problemlos. Allerdings wurde schon bald klar, dass Energiesparen und automatisches Abschalten ein wichtiges Thema sind, um die Akkulaufzeit zu erhöhen.

Meine Boxen laufen alle schon mit der TNG-Firmware, meine Test- und Entwicklungsbox mit der aktuellen Firmware 3.1.8. Damit ist klar, dass die Timer-Funktion zur Abschaltung bei Nichtbenutzung verwendet werden kann (Im Admin-Menü entsprechend einstellen!).
Einen Pololu-Switch, wie er häufig im Forum angesprochen wird, wollte ich nicht benutzen, sondern lieber einen „Schalter“ mit Standardbauteilen (nach-)bauen.
Bei der Recherche ist mir ein Beitrag von @Thomas-LehnertTrägerplatine als AiO Ersatz“ untergekommen, der einen Schaltungsteil enthält, mit dem die gewünschten Funktionen realisiert werden können:

  • Ein- und Ausschalten über Play / Pause Taste (langer Tastendruck schaltet den TonUINO mit dieser Firmware aus (D7–>LOW))
  • Abschaltung automatisch über eingebauten Timer (D7–>LOW)

Den Schaltungsteil habe ich so modifiziert, dass die Schaltung mit Standardbauteilen (nicht SMD) aufgebaut werden kann. Tests haben gezeigt, dass die Schaltung zuverlässig funktioniert.
Da der TonUINO damit allerdings nicht nur in den Energiesparmodus versetzt wird, sondern vollständig abgeschaltet wird, gehen auch die meisten Powerbanks in den „Schlafmodus“ und müssen wieder „geweckt“ werden.
In diesem Schlafmodus liegt bei den Powerbanks nur eine Überwachungsspannung von ca. 2,5 V am USB-Anschluss an, um festzustellen ob ein Verbraucher angesteckt oder eingeschaltet wird. Diese geringe Spannung reichte leider nicht aus, um die Standard-MOSFETS zu schalten, so dass sich die Powerbank nicht wie vorgesehen aufwecken ließ.
Abhilfe war möglich durch den Kondenstor C1, dessen Ladekennlinie für einen kurzen Stromimpuls sorgt, der (zumindest meine) die Powerbank zuverlässig aufweckt. Sobald dann die 5 V Versorgungsspannung ansteht, muss nur die Play-Taste noch solange (ca. 1,5 Sekunden) gehalten werden, bis D7 des Arduino den Schalter in „Selbsthaltung“ (D7–>High) bringt. Die Bereitschaft (D7=High) des Arduino wird durch die LED angezeigt, die dann gleichzeitig auch Betriebsanzeige des TonUINOs ist.

Die vollständige Schaltung sieht dann so aus:


Die ext. Taster sind optional (zusätzlich) verwendbar

Auf einer Lochrasterplatine aufgebaut, lässt sich die Schaltung rel. einfach in bestehende TonUINOs nachrüsten. Eine Anpassung der Firmware ist nicht notwendig, nur der Timer muss natürlich über das Admin-Menü aktiviert werden.

Hier noch ein Vorschlag, wie die Platine (30 x 40 mm) aussehen könnte:

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Hallo Norbert
Die Idee mit dem Elko ist gut. Ich habe aber noch einen Hinweis. Ursache, dass das Aufwecken der Powerbank nicht funktioniert, ist der Mosfet Q2. Ausschlaggebend ist die Gate Source Schwellenspannung UGS th. Diese sollte für solche Anwendungsfälle kleiner als 1,5 bis 2V sein. Ich hab jetzt nicht geschaut, wie der Wert bei dem Mosfet den du verwendest ist, aber ein Blick in das Datenblatt gibt darüber Aufschluss.

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Moin Thomas,
vielen Dank für den Hinweis auf die Schwellspannung. Den hatte ich schon in einem anderen Beitrag von Dir gesehen.
Da ich Hardwarebasteleien eigentlich schon seit einigen Jahren eingestellt hatte, ist die Auswahl der Bauteile nicht nach Datenblatt sondern nach Verfügbarkeit getroffen worden. Da die Schwellspannung des verwendeten MOSFETs zu hoch liegt, bin ich auf den „Workaround“ mit dem Eko gekommen. Meine Powerbanks wachen schnell genug auf, so dass dann die Schwellspannung nicht mehr wirklich ein Thema ist.
Allerdings habe ich mir die von Dir verwendeten MOSFETS mal angeschaut und denke nach meiner nächsten Bauteilbestellung könnte ich nochmal mit SMD-löten versuchen,

Smd löten ist gar nicht so schwierig. Mit einer sehr spitzen feinen Lötspitze klappt das sogar mit dem Lötkolben. Ich selbst löte smd nur noch mit Heißluft und smd Lötpaste. Das funktioniert sehr gut, auch wenn man Bauteile hat wo die Anschlusspins sehr eng aneinander liegen.

Für meine Gelegenheitsbasteleien wollte ich eigentlich nicht extra ein Heißluftgebläse anschaffen sondern mich mit meiner alten Weller-Lötstation begnügen. Das klappt im Prinzip auch, wie ich schon in einem Beitrag erwähnt habe.
Mangels Übung (und auch fehlender Sorgfalt) sind mir dabei einige ICs wohl den Hitzetod gestorben, so dass ich die Technik nicht weiter betrieben habe.
Im Falle der MOSFETs werde ich wohl nicht um SMD-Typen herumkommen, entsprechende THT-Typen sind nur schwer beschaffbar.
In oben verlinktem Beitrag habe ich auf ein Lötvideo zu SMD-Technik verwiesen, das mir sehr geholfen hat.

Die Mosfets im SOT23 Gehäuse lassen sich recht gut adaptieren, wenn du dir winzige Platinen aus einer Universalplatine ausschneidest auf denen jeweils 4 Lötaugen sind. Auf diese kannst du die SMD Fets im 45 Gradwinkel recht gut auflöten. Nach unten noch drei Beinchen aus Draht und schon hast du einen FET in THT zum Bestücken als Durchsteckteil.

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