TonUINO Gehäuse im Retrostyle

Moin,

das Radio meiner Tochter läuft jetzt schon seit einem Jahr. Irgendwie musste ich mich dazu aufraffen dies kurz einmal hier vorzustellen. Auch möchte ich einfach mal Danke sagen für die tolle Community und das Projekt !

Zu meinen Beweggründen:
Nach jahrelanger Benutzung eines Hörberts musste etwas neues her bzw. ein nicht ganz so Babyhaftes Upgrade her. Am Markt gibt es sicher gute Geräte, aber es ist nichts zu Ende gedacht oder nicht flexibel genug. Ich denke das sind für die meisten Leute hier die Beweggründe. Und natürlich der Spass am basteln.

Der Korpus wurde aus alten Deckenpaneelen (MDF) verleimt, grundiert und lackiert.

Die Front ist mehrteilig und besteht aus einem Rahmen, einer Aufnahme für den Lautsprecher und dem Gitter. Zwischen Aufnahme und Gitter habe ich einen schwarzen Akkustikstoff vollflächig verklebt damit man den Lautsprecher nicht sieht. Die Teile habe ich in Fusion 360 konstruiert und mit 3D-Drucker gedruckt. Verwendetes Material ist PLA.

Lautstärke und Ein-und Ausschalten habe ich über einen Drehpotentiometer realisiert.

An der Rückwand habe ich den Arduino, den RFID-Leser und den Akku untergebracht. Ich wollte das Radio von hinten über vier Schrauben weiterhin öffnen können. Der Akku wird über eine Magnetbuche mit Strom versorgt. Für den Ladstatus habe ich die LED vom Akku an der Rückwand ausgespart. Die SD-Karte mit der Musik ist von hinten zugänglich. D.h. lediglich für Softwareänderungen müsste ich das Radio öffnen.Die Teile habe ich in Fusion 360 konstruiert und mit 3D-Drucker gedruckt. Verwendetes Material ist PLA.



Unter dem Gehäuse befinden sich vier eingelassene Gummipuffer aus TPU, ebenfalls selbst gedruckt.

An der Software habe ich mich an den üblichen vorhanden Codeschnipseln hier aus dem Forum bedient. D.h. Bedieung über 3 Tasten und Lautstärke und Ein-und Ausschalten über Drehpoti. Zuletzt verwendete Karte wird gespeichert. Ansonsten alles standard.

Hier noch eine Explosionszeichnung

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Wow. Sieht wirklich 1a aus!

Ja, das sieht wirklich sehr professionel aus. Sind die anderen Teile (nebst dem Korpus) auch selbst gedruckt oder gefräst?

Der Korpus besteht aus vier alten Brettern von Deckenpaneelresten. Diese habe ich auf Gehrung gesägt und verleimt. Anschliessend an den Ecken einen Radius von Hand geschliffen. Abschließend habe ich das Gehäuse gespachtelt geschliffen und grundiert. Farbe kommt aus der Spraydose da habe ich sehr gute Erfahrungen mit den Montana Cans gemacht. Die Farbe habe ich auch einmal zwischengeschliffen und als Schutzschicht einen matten Firnis aufgetragen.
Die Einzelteile der Front, der Griff, die Gummifüsse und die Rückseite kommt alles aus dem 3D-Drucker. Hier habe ich PLA verwendet. Für die Gummifüße TPU mit 85Shore.
Ich werde die Angaben im Post noch einmal ergänzen.

Sehr cool. Sieht super edel aus. Werde meine Holzbox wohl einstampfen müssen. MDF ist doch in der Habtik eher flauschig, oder? Wusste gar nicht, das man das lackieren kann. Ich nehme an, dazu muss man es spachteln, weil sich sonst die Fasern aufstellen? Kannst das kurz erläutern, wie man das macht, und mit was man sowas spachtelt?

MDF lässt sich sogar sehr gut lackieren.
Nach dem auf Gehrung sägen habe ich die vier Platten mit Soudal PRO45P PU-Holzleim verklebt. Da kann man sicherlich auch jeden anderen Wasserfesten PU-Leim nehmen.
Hatte mir vorn die Blende angezeichnet für den Radius und dann am Bandschleifer geschliffen.

Meine vorgehensweise zum lackieren:
Mit Decoflex Holzkitt aus der Tube die 4 Kanten am Gehäuse aufgefüllt.

  1. Mit Decoflex Holzkitt aus der Tube die 4 Kanten am Gehäuse aufgefüllt.
  2. Radius überschüssiges Material der Fugen geschliffen.
  3. Montana Primer universal Vollflächig auftragen.
  4. Mit 600er Nasschleifpapier die Fläche glatt schleifen.
  5. Noch einmal Primer Vollflächig um unebenheiten zu beseitigen. Fläche sollte vorher immer sauber, trocken und staubfrei sein.
  6. Schliff mit 800er Nasschleifpapier.
  7. Farbauftrag Montana GOLD Sweet Dream (schöner Name für die tolle Farbe)
  8. Zwischenschliff mit 1000er Nasschleif
  9. Erneuter Farbauftrag.
  10. Abschließend noch Montana VARNISH Klarlack matt

Das war auch für mich die absolute Premiere einen Korpus zu bauen und auch noch zu lackieren. Und dafür ist es ganz ok geworden.
Das ganze geht natürlich mit jeder Farbe. Nur bitte kein Baumarktzeug. Das ist teurer und die Pigmentierung ist echt wesentlich schlechter. Boesner und Co. sollten da die erste Adresse sein. ; )

Ich hoffe mein layenhaftes Wissen war jetzt nützlich… :wink:

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Wie lange hast du denn gebraucht, das ganze 3D gedruckte zu konstruieren?
Braucht man dazu einige Erfahrung bzw. machst du das beruflich?
Ich staune immer wieder, wie bei einigen Tonuinos hier gefühlt „mal eben so“ eine eigene 3D Konstruktion entworfen und gedruckt wird.

Wie lange ich gebraucht habe, um die Konstruktion zu erstellen kann ich nicht genau sagen. Von der Skizze, ich fange meist mit einer einfaches Bleistiftskizze an, bis zur fertigen Konstruktion hat es 2 Monate gedauert. Aber ich habe auch viele Pausen dazwischen gemacht, da ich keinen Zeitdruck hatte. Ich denke so ein Design mit Testdruck (Griff musste dicker werden, Front hat nicht zueineander gepasst) kann man in 2 Wochen gut schaffen.
Ich habe vor 25 Jahren KFZ-Mechaniker gelernt und bin jetzt seit 20 Jahren Versuchsingenieur im automotive Bereich. Also Berührung und Erfahrung beruflich habe ich nicht. Ich denke eine gewisse Kreativität ,Bereitschaft und Fähigkeit sich Wissen anzueignen ist Grundvoraussetzung. Der Spruch „Einfach mal machen“ ist da recht passend :smile:

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