Licht ohne Strom - (Lade)zustand per Lichtwellenleiter

Da ich den Software-Standby nutze, habe ich leider keine Möglichkeit groß LEDs zu verbauen um anzuzeigen ob die Box an ist. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Idee hier aus dem Forum oder aus den Weiten der DIY Youtube Videos habe. In jedem Fall danke an Unbekannt.

Aber nun zum Punkt. Mit einem Lichtwellenleiter kann man das Licht beliebiger LEDs, die im Gehäuse ohnehin aktiv sind, nach Außen führen. Das lässt sich natürlich prima nutzen, um etwa die Ladestandsanzeige einer Powerbank nach draußen zu führen.

Um die LWL passend positionieren und auch fixieren zu können, habe ich einen kleinen Aufsatz für die Powerbank gedruckt.


Setzt man den nun richtig über die LEDs, leuchtet es auch schon :slight_smile:

Ich drucke generell gerne grob und bohre dann lieber. Wenn man einen 1,5 mm LWL hat und etwa 10-15 mm Bohrtiefe, dann hält der LWL wunderbar von selbst in dem Loch. Mit kleben muss man vorsichtig sein, um die Oberfläche nicht anzulösen, sonst geht das Licht beim Kleber raus. Am besten vorher testen.
Die Füße an dem Aufsatz sind zur Befestigung auf der Powerbank, damit nichts verrutschen kann. Ich nehme dafür immer ganz dünnes Acrylschaumklebeband, das lässt sich bei Bedarf wieder lösen.

Nach dem Einbau sieht man schon schön die blaue Farbe :slight_smile:

Und so siehts dann am Gehäuse aus.
Fast voll:


Voll:

Sieht auf den Bildern nicht besonders hell aus, in echt reichts aber völlig und erfüllt seinen Zweck.

STL gibt es hier:

Und hier noch ein kleines Video beim Laden:

Bei Fragen gerne melden!

PS: Falls jemand zufällig PMMA Filament hat, einfach mal damit testen. Könnte klappen, dass das ausreichend leitet. PET hat bei mir nicht geklappt, ging zu wenig durch.

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Da kurze Stücke LWL extrem teuer sind, habe ich mir 100m besorgt. Falls jemand Bedarf hat, gerne PN.

Wurde hier im Forum schon gezeigt. Aber egal, deine Variante ist gut erklärt, bebildert und was 3D gedrucktes gibt es auch noch. Danke dafür!

… und der Tipp mit dem PMMA-Filament ist super! Für kurze Strecken funktioniert das.

Hab meine LWL bei Conrad gekauft, die gibt’s dort in Meterware in verschiedenen stärken um ein Paar Euros.

@krosstoph Hi! Ich würde den Aufsatz gerne nachbauen. Leider sind die Löcher für meinen Lichtleiter viel zu klein und ich müsste Bohren. Das klappt leider nicht richtig (mir schmilzt entweder das Filament, oder die gebohrten Löcher werden zu groß / schief :wink:).

Wäre es evtl. möglich, dass Du die 3D-Quelldateien zur Verfügung stellst, dass ich das Loch selbst größer konstruieren kann? :grinning:

Langsamer bohren und mit Wasser kühlen, das sollte doch klappen, oder?
Vielleicht in eine Schale mit Wasser legen und unter Wasser bohren.

Vorneweg: Habe die thingiverse Daten um ein .step Modell erweitert. Tip: Einfach gerade Löcher einbringen kann man in eine STL mit der freeware Meshmixer.

Löcher drucke ich immer mit Untermaß, mache etwas mehr Perimeter und Bohre dann auf Maß. So spare ich mir das ewige Parameteroptimieren je nach Material, Düsendurchmesser… Zudem ist dann meist immer noch nicht jedes Loch gleich und man muss trotzdem vereinzelt nacharbeiten. Wenns dann zu groß ist, hält der LWL nicht und muss wieder irgendwie befestigt werden. Bei derart exakten Verbindungen ist der FFF Druck einfach nicht ausreichend in meinen Augen. Klar kann man mit 0,2er Düsen und 0,1er Schichten drucken, aber wer hat so viel Zeit :wink:
Der Clou beim Bohren ist hier von unten zu Bohren. Die Löcher sollten noch ganz leicht sichbar sein, damit hast du eine Art Schablone, wo die Abstände auf jeden Fall passen. Wenn es dann nach oben krumm und schief wird (hatte ich mit dem Handbohrer auch), ist das dem LWL egal. Von oben nach unten gebohrt geht natürlich mit der Hand bei so kleinen Maßen schief, dann sitzt der LWL nicht passend auf.
Welchen Kunststoff hast du verwendet? Nicht jedes Material ist für spanende Bearbeitung gleich gut geeignet. Selbiges gilt für’s Kleben. Die Tips von Marco sollten auch helfen.

Hi @krosstoph & @marco-117 !

Danke für Eure Tips und danke für die STEP Datei! :+1:
Auf die Idee von unten zu bohren bin ich tatsächlich nicht gekommen ( :man_facepalming: )

Ich drucke mit PLA. Hatte hier bis jetzt mit Schleifen und Bohren eigentlich immer nur Ärger… vielleicht bin ich da auch zu grobmotorisch :wink:

Ich werde es nochmal mit Bohren von unten, langsam und mit mehr Gefühl versuchen.

Gerne :slight_smile: PLA ist da wirklich empfindlich, da es ab ca. 40 °C schon weich wird, da braucht es nicht viel Reibung. Ich habe ein Modell mit PETG gedruckt, das ging gut. Allerdings ist PETG jetzt auch nicht gerade der Klassiker für spanende Bearbeitung oder zum Kleben. Mit ABS gehts dann nochmal besser, auch was das Kleben angeht. Aber ich denke so oder so, für dieses kleine Teil sollte es eigentlich jeder Werkstoff tun. Viel Spaß!

Es gibt auch Handbohrer. Damit dürfte ein Schmelzen ziemlich ausgeschlossen sein. Habe damit bisher problemlos kleinste Löcher in verschiedenste Materialien wie weiches Holz oder auch harten Kunststoff gebohrt bekommen.

Ich kann die Handbohrer auch empfehlen. Man kann sie auch in einem Akkuschrauber nutzen aber die kleinen Löcher bei denen man langsam oder vorsichtig Bohren will gehen mit dem Handgriff sehr gut.

Ich nutze so einen:

https://www.amazon.de/dp/B07KYPJPST/

Eine Frage, womit schneidet ihr die Glasfaser.? Hab schon alles probiert, Schere, Cutter, Seitenschneider, …
Leider bekomme ich fast nie eine schöne glatte Kante hin, sondern das Glas zerspringt etwas. Die besten Ergebnis konnte ich bisher mit der Abisolierzange erzielen.

Probier mal das Ende dann auf Schleifpapier zu glätten.

Noch ein Tipp für diejenigen, die sich mit dem Bau eines passenden Adapters schwertun, um die Lichtleiter passgenau auf der Powerbank zu befestigen (bzw. keinen 3D-Drucker haben): Die Ladezustands-LEDs der Intenso XS 10000 lassen sich mit sanftem Druck etwas ins Gehäuse eindrücken. 1mm-Lichtleiter passen dann perfekt hinein. Will man die Lichtleiter frei durchs Tonuino-Gehäuse führen, kann man das ganze noch mit Heißkleber oder ähnlichem fixieren. Wir haben stattdessen den Abstand der LEDs auf Klebeband übertragen und mit dieser Schablone passende Löcher in der Rückwand des Tonuino-Gehäuses gebohrt. Dann die Powerbank passend dahinter gesetzt, Lichtleiter von außen eingefädelt und die Powerbank mit Fix All (Soudal) direkt an die Rückwand geklebt, indem wir einfach an den Längsseiten zwei dünne Streifen davon gezogen und mit dem Finger wie Silikon abgezogen haben. Übrigens ein super Zeug dieser Kleber, wir nutzen den auch in Zusammenhang mit Tonuino für alles mögliche (Befestigung lockerer Dupont-Stecker etc.)!
Abschließend haben wir von außen alles schön glatt geschliffen, sodass sich die Lichtleiter perfekt in die Holzfläche einfügen (unschöne Schnitte spielen dann keine Rolle mehr, man muss die Stückchen eben nur ein klein bisschen zu lang zuschneiden). Die Lichtleiter selbst halten bei uns ohne weitere Befestigung (sowohl an der Powerbank als auch im Holz).

Der Clou bei mir war die Schnittgeschwindigkeit. Schnell schneiden mit Seitenschneider macht einigermaßen glatte Schnittfläche. Vielleicht geht auch ein feiner Schnitt (Skalpell, Rasiermesser) an der Oberfläche und anschließendes Zerbrechen. Perfekt muss das aber auch nicht sein, solange etwa die Hälfte der Fläche glatt ist, geht genug Licht durch, vorausgesetzt der LWL ist 1,6 mm.

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Das hatte ich auch probiert, hat das Ergebnis aber eher verschlechtert. Vielleicht war das Schleifpapier zu grob.

Vielen Dank für den Tipp. Ich werde es mal ausprobieren.