Tony - Mobiler Tonuino mit Karten-Aufbewahrung

Mein jüngster Sohn hat jetzt einen neuen Geschichtenerzähler, der auf den Namen Tony hört.

Dies ist Tony:

Als Gehäuse dient eine alte CD-Box (für 10 CDs). Um ein Hörspiel zu hören, kann man die entsprechende Karte wahlweise in einen Schlitz an der oberen Seite stecken oder auch einfach zwischen die Ohren auf Tonys Stirn legen.

Da die Elektronik nur ca. die Hälfte der CD-Box-ausfüllt, passen sogar noch 12 RFID-Karten rein. Dabei dient die unter dem RFID-Leser liegende Powerbank als Abschirmung, so dass nur in dem Schlitz eingesteckte oder von außen aufgelegte Karten erkannt werden, nicht jedoch die im Tony gelagerten Karten.

Als Lautsprecher habe ich ein Paar 4 Ohm 3W LCD Panel Speaker (gibt es bei Amazon für <10€ oder direkt aus China für deutlich weniger) gewählt, da diese einen für die Größe sehr guten Klang haben. Die Lautsprecher liegen hinter Tonys Ohren (jeweils durch ein Alu-Lochblech geschützt).

Um beide Lautsprecher in Stereo ansprechen zu können, habe ich nicht den im DFPlayer integrierten Mono-Verstärker verwendet, sondern eine separate PAM8403-Verstärkerplatine (<4€) an den Stereo-DAC-Ausgang des DFPlayers angeschlossen.

Als Stromquelle dient eine revolt 2500mAh Powerbank im Scheckkartenformat (ca. 10€).

Ich habe nicht die Tonuino-Platine verwendet, sondern die einzelnen Platinen direkt über Kabel miteinander verbunden. Um eine geringe Bauhöhe zu erreichen, habe ich hierzu die Steckleisten entfernt. Für die genaue Positionierung der einzelnen Platinen und Taster habe ich mit einem Lasercutter drei Platten aus 3mm Plexiglas geschnitten (hierfür herzlichen Dank an das OpenLab der HSU Hamburg) und schichtweise aufeinandergeklebt.

Zwischen Audioausgang des DFPlayers und dem Verstärker sind zwei gegeneinander geschaltete 3,5mm Klinkenbuchsen geschaltet, welche jeweils Schaltkontakte an L und R besitzen.

Eine der Klinkenbuchsen (rechts neben dem Kartenschlitz) dient so als Kopfhörerausgang. Wenn man einen Kopfhörer einsteckt, wird die Verbindung zum Verstärker (und damit zu den Lautsprechern) getrennt und stattdessen der DAC-Ausgang des DFPlayers direkt auf den angeschlossenen Kopfhöher gegeben.

Die zweite Klinkenbuchse (links neben dem Kartenschlitz) dient als AUX-Eingang. Wird hier ein Kabel eingesteckt, wird der DFPlayer (und damit auch der Arduino) vom Verstärker getrennt und stattdessen das externe AUX-Signal auf den Verstärker geleitet. Auf diese Weise kann man eine externe Audio-Quelle über die Tony-Lautsprecher abspielen. Alternativ hätte man (mit deutlich höherem Aufwand aber auch mehr Möglichkeiten) auch das AUX-Signal zum entsprechenden Eingang des DFPlayers führen können.

Der Tony wird über einen simplen Kippschalter ein- und ausgeschaltet, wobei eine Status-LED anzeigt, ob er gerade eingeschaltet ist. Damit man nicht vergisst, den Tony auszuschalten, wird nach jeder Minute Inaktivität eine Aufforderung, den Tony abzuschalten, abgespielt.

Neben den Abschaltaufforderungen habe ich noch ein paar weitere kleinere Änderungen an der Software vorgenommen. Ich habe den Master-Branch als Grundlage genommen und um ein paar Funktionen erweitert:

  • ich habe die Unterstützung von 5 Tasten integriert (bereits in DEV enthalten), d.h. neben „PLAY/PAUSE“ gibt es „VOLUME DOWN“, „VOLUME UP“, „PREVIOUS“ und „NEXT“
  • Beim längeren Drücken auf „PREVIOUS“ wird das aktuelle Hörspiel auf den Anfang zurückgesetzt
  • Beim längeren Drücken auf „NEXT“ wird das Hörspiel beendet. Der Tony ist dann in dem Modus, dass er kein aktuelles Hörspiel ausgewählt hat.
  • Wenn gerade kein aktuelles Hörspiel ausgewählt ist, reagiert Tony beim Drücken auf „PLAY/PAUSE“, „PREVIOUS“ oder „NEXT“ durch Abspielen einer Nachricht, die zufällig aus einer bestimmten Menge von Nachrichten gewählt wird. Dies kann eine kurze Meldung wie „Hallo, ich bin Tony“, „Hey“ oder „Hallo, was möchtest Du hören?“ sein, oder eine Aufforderung wie „Bitte lege eine Karte auf, um ein Hörspiel auszuwählen.“, eine Funktionsbeschreibung wie „Durch Drücken der roten Taste kannst Du ein Hörspiel anhalten oder wieder fortsetzen.“, oder auch eine Spaßmeldung wie „Das macht Spaß“ oder „Weisst Du, warum meine Nase so rot ist? Weil Du so oft drauf drückst!“ sein.
  • Nach dem Einschalten meldet sich Tony ebenfalls mit einer zufällig ausgewählten Begrüßungsnachricht.

Zusätzlich zu den inzwischen programmierten Hörspielen habe ich die Software noch um die Erkennung einer Spezialkarte erweitert. Bei Auflegen dieser Karte wird zufällig eines der programmierten Hörspiele abgespielt.

Mein Sohn ist jedenfalls begeistert und mir hat das Projekt auch sehr viel Spaß gemacht!

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Hier noch ein Bild mit dem geöffneten Tony, bei dem sowohl der innere Aufbau mit den Plexiglas-Scheiben als auch der Platz für bis zu 12 Karten erkennbar ist:

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Sehr cool, wäre sicher auch was für den 3D druck :smiley:

Yepp! Zuerst hatte ich auch darüber nachgedacht, ein mobiles Gehäuse zu drucken.

Als ich aber dann auf die Idee kam, die CD-Box zu recyclen, brauchte ich ja nur noch eine Möglichkeit, alles innen anzuordnen und zu befestigen. Da erschien mir die Lösung mit den Plexiglasscheiben die einfachere und auch günstigere Alternative. Eine 3mm Plexiglasscheibe kostet nicht die Welt und im OpenLab Hamburg (http://openlab-hamburg.de/) konnte ich kostenlos einen Lasercutter nutzen.

Gür das Design des Schnittmusters habe ich die für Privatanwender kostenlose 2D-Drawing-Version von Solid Edge verwendet.