Rheinische Jukebox


#1

Nachdem sich der Weihnachtswirbel gelegt hat, möchte ich auch gerne meine Jukebox präsentieren.
Ich habe mich am offiziellen Aufbau orientiert, wollte es aber in der Bedienung noch etwas kleinteiliger gestalten und an der analogen Welt orientieren.
Was mich an dem Projekt fasziniert, ist die Verknüpfung eines “Dings” mit Audiocontent, vermutlich auch weil ich als Kind meinen Kassettenrecorder so geliebt habe. Im Grunde ein bisschen Nostalgie, aber für Kinder finde ich es sehr passend.

Anstatt der Karten habe ich deshalb die blauen Schlüsselangänger verwendet, die jeweils in zylindrische Holzgehäuse eingelassen sind. Diese haben einen Durchmesser von 40mm und eine Dicke von 14mm. So ein Puk wird oben in den Schlitz gesteckt und bleibt im Gerät, solange man hören will. Wird die Stop-Taste gedrückt, fällt er seitlich aus dem Kubus und die Bedienung über die Tasten ist ausgesetzt. Also eine echte Stop-Funktion. Die Puks sollen später noch abstrakt beschriftet werden, ich weiß aber noch nicht, wie.

Der Würfel misst ca. 200mm an den Kanten, die Seiten sind aus 4mm Siebdruckplatte. Die Seiten sollten eigentlich mit Viertelrundstäben aus Buche nahtlos verbunden werden, das wurde am Schluss aber zeitlich zu knapp (Weihnachten), deshalb habe ich die Kanten mit schwarzem Silikon gezogen.

Das Bedienfeld ist aus einem Stück 30mm Buchenplatte gebohrt und gefräst, an dessen Unterseite der Puk-Schacht geschraubt ist. Neben den Standardtasten löst die Stop-Taste neben dem elektrischen Kontakt als vierter Button am Arduino auch den Auswurfmechanismus mechanisch aus. Dafür habe ich den Taster unten aufgebohrt, so dass bei Betätigung ein Draht nach unten geschoben wird und die Sperre im Schacht aufhebt.
Das Bedienfeld mit Schacht kann am Stück nach oben herausgezogen/gedreht werden, um ans Innere des Würfels zu kommen. Der ist ansonsten fest verklebt und verschraubt. Zwei kleine Rändelschrauben verhindern, dass das Bedienfeld aus dem Gehäuse rutscht, man muss im Grunde auch gar nicht mehr rein.

Die SD-Karte kann mit einer Pinzette von außen eingeschoben und entfernt werden, die Idee habe ich hier irgendwo im Forum gelesen und sie gefiel mir. Man braucht also ein einfaches Werkzeug und kommt ohne nicht wirklich an die Karte.
Mit der Stromversorgung habe ich lange gehadert, mich aber letztlich für ein Kabel entschieden. Zum einen ist das Gewicht geringer, zum anderen ist es zwar mit Kabel ein- und ausstecken tendenziell nervig, aber auch eine bewusste Designentscheidung im Sinne einer gewissen Fassbarkeit der Energie. Ohne Strom geht es halt nicht, und der darf ruhig “sichtbar” sein. Es führt also ein drei Meter langes USB-Kabel heraus, Buchsen sind inzwischen eh an vielen Orten da…

Für den Sound habe ich gebraucht ein Paar passive No-Name-Zweiwegeboxen gekauft, die klingen super. Habe es zuerst mit einer 80W-Dreiwegebox vom Sperrmüll versucht, das klang aber nicht besonders. Die war wahrscheinlich arg unterfordert. Das Gitter habe ich aber vom Dreitöner ausschneiden können.

Die Platine ist selber gelötet, folgt aber dem offiziellen Schaltplan mit zusätzlicher vierter Taste auf A3.

Den offiziellen Arduino-Sketch in Version 2.01 habe ich um die beschriebene Stop-Funktion erweitert und die max. Lautstärke begrenzt. Die Puks werden manchmal nicht gelesen, ich vermute, dass zu viel Buche die Funkleistung etwas schmälert und werde da vielleicht noch etwas Material wegnehmen. Mal schauen, vielleicht ist es ja auch ok so–

Meiner Tochter macht das ein- und auswerfen auf jeden Fall bisher mehr Spaß als Kinderlieder und Hörbuch zu hören, vielleicht ändert sich das ja noch =)

Von mir auch vielen Dank an @Thorsten und alle die hier so konstruktiv mitschreiben. Wirklich eine sehr nette Community!

Viele Grüße
Philip


TonUINO Gehäuse Galerie
#2

Wow!

Ich bin einfach nur Sprachlos! Tolle Handwerkskunst.

Respekt :+1:


#3

Cool, mir gefällt die Idee mit der Rutsche :+1:
Sitzt die Platine direkt vor dem SD-Kartenschlitz?


#4

Wow. Das ist wirklich richtig toll geworden. Das mit dem „einwerfen“ der Chips erinnert mich irgendwie an einen Spielautomaten, was ja recht passend ist - spielt ja Musik oder Hörspiele :musical_note:. :slight_smile:


#5

Vielen Dank! Ja, die Platine ist so platziert, dass der DFPlayer vor dem Schlitz sitzt. Ich habe hier ein paar Bilder zur Entstehung hochgeladen.


#6

Vielen Dank für‘s Teilen. Die Box ist sehr cool geworden. Hut ab.


#7

Mega…mehr muss man dazu nicht sagen. :+1::star_struck:


#8

Mega Umsetzung. Schon ziemlich krass.


#9

Wirklich tolle Idee & Umsetzung.

Vielleicht versuchst Du wegen Deinem Problem den Reader nochmal zu feinjustieren.
Man merkt bei den Tags im Unterschied zu den Karten, dass man sie relativ genau platzieren muss, damit sie korrekt gelesen werden.
Oder den Reader pimpen, wie es hier schon besprochen wurde.


#10

Großen Respekt für die tolle Umsetzung!


#11

Danke, ich werd mal noch was Material wegnehmen und den Reader neu ausrichten. Die Bauform gibt es ja eigentlich her, dass es einmal richtig immer funktionieren sollte :slightly_smiling_face: